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Büro der INSM, Berlin. Irgendwann im Juli 2012. Konrad Pitalista und Armin Heinrich Nungslos unterhalten sich über die nächste Kampagne des neoliberalen Propagandainstituts.

A. H. Nungslos: „Was genau ist jetzt unser Auftrag?“

K. Pitalista: „Also, es gibt ja in Deutschland dieses Erneuerbare-Energien-Gesetz. Extrem erfolgreich, es hat die Erneuerbaren in nur 12 Jahren auf 25% des Stromverbrauchs gebracht und wurde von zig anderen Ländern kopiert.“

Nungslos: „Ist doch super. Und jetzt?“

Pitalista: „Nein, gar nicht super. Die großen Energieoligopolisten – RWE, E.on und so, du weißt schon – haben die Entwicklung verschlafen und verlieren jetzt massiv Marktanteile.“

Nungslos: „Ah, lass mich raten: dagegen richtet sich unserere Kampagne, oder?“

Pitalista: „Psst, nicht so laut… Unsere Kampagne richtet sich dagegen, dass das EEG viel zu teuer und ineffizient ist und den Stromverbraucher mit unnötigen Kosten belastet. Planwirtschaft eben.“

Nungslos: „Das ist doch nur wegen der Industrieausnahmen, oder?“

Pitalista: „Du stellst zu viele Fragen. Lass uns anfangen mit der Planung.“

(7 Tage später)

Nungslos: „Das reicht doch nicht, wenn wir einfach nur gegen das EEG polemisieren. Wir brauchen eine Alternative. Aber wo bekommen wir die so schnell her?“

Pitalista: „Calm down, man. Gibt es doch längst.“

Nungslos: „Jetzt bin ich gespannt.“

Pitalista: „Das Quotenmodell. Es ist schlecht für die Energiewende — das hat sich in zahlreichen Ländern gezeigt — und damit genau das Richtige für unsere Zwecke.“

Nungslos: „Das merken die Leute doch.“

Pitalista: „Unsinn. Wir vermarkten es einfach neu. Neues Label, neues Glück. Wir brauchen einen marktwirtschaftlichen Namen.“

Nungslos: „Irgendwas mit Wettbewerb?“

Pitalista: „Das ist es! Wir nennen es ‚Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien‘. Perfekt!“

(14 Tage später)

Pitalista: „Irgendwas fehlt da noch.“

Nungslos: „Was denn? Wir haben Youtube-Videos, Facebook-, Google+-, Blog- und Twittereinträge, Zeitungsanzeigen, Plakate und eine coole Homepage. Das alles pünktlich vor der Veröffentlichung der neuen EEG-Umlage, die so extrem steigen wird, dass die Medien unsere Kampagne mit Kusshand aufnehmen werden. Was willst du mehr?“

Pitalista: „Ja, aber das ist alles so langweilig, so — normal.“

Nungslos: „Dann hast du bestimmt schon eine kreative Idee…“

Pitalista: „Na ja, irgendwas graswurzelmäßiges. Etwas, das zeigt, dass nicht nur 3 neoliberale Ökonomen und die FDP das qewle Quotenmodell  fordern…“

Nungslos: „Wer denn noch?“

Pitalista: „Wir sind der Anfang einer neuen basisdemokratischen Bürgerbewegung gegen das EEG, Mann!“

Nungslos: „Und wie willst du…?“

Pitalista: „Heureka! Ich habs!“

Nungslos: „Was denn?“

Pitalista: „Einen Javascript-Counter! Das ist die Idee! Das ist total interaktiv und wir können aller Welt zeigen, wie viele Menschen hinter unseren Forderungen stehen!“

(2 Stunden später)

Pitalista: „Perfekt! Avaaz ist lächerlich gegen unser neues Web-4.0-Tool!“

Nungslos: „Respekt. Unser Webmaster hätte das nicht besser gekonnt…“

(2 Monate später)

Nungslos: „Und, wie viele Supporter haben wir schon gecountet?“

Pitalista: „Schon über 2000!“

Nungslos: „Wow… Die Spinner von Campact sammeln ja seit ein paar Tagen für das EEG. Die haben erst lächerliche 65000 Unterstützer. Warum nehmen wir eigentlich nicht Name, Adresse und E-Mail? Das machen die auch.“

Pitalista: „Wir sind eben für Anonymität. Einmal Cookies löschen, schon darf man noch mal abstimmen!“

Nungslos: „Und was ist mit Bots?“

Pitalista: „Die dürfen auch mitstimmen. Wahlrecht für Internetbots!! … Das wird unsere nächste Petition!“

 

[Fortsetzung folgt. Leider.]

Die Deutschen – odSpiegel-Propagandaer besser gesagt: der Deutsche Steuerzahler™ und der Deutsche Kleinsparer™ – werden enteignet. Von Eurorettung und Inflation. Sagt zumindest der Spiegel. Und das ist ja auch logisch, wo die Europäische Zentralbank mal wieder die Notenpresse anwirft™.

Was noch schlimmer ist: Die Enteignung findet schleichend statt. Man bemerkt sie nicht sofort, aber sie ist da. 1,6% pro Jahr war die durchschnittliche Inflation in Deutschland seit dem Beitritt zur Eurozone. Das klingt zwar nicht viel und ist auch so wenig wie nie zuvor, aber das täuscht. Wenn man sein Geld 45 Jahre lang im Sparstrumpf hortet, – schwupps – ist es nur noch halb so viel wert. Und wer tut das nicht? Immerhin hat der durchschnittliche Deutsche ein Vermögen von fast 90.000 €, und sein Geld zur Bank zu bringen ist in Zeiten der Finanzkrise schon ziemlich dumm…

 

Die Entscheidung des Kommitees, der EU den Friedensnobelpreis zu verleihen, ist nach Obama 2009 äußerst konsequent. Beide haben die Welt mit Krie friedenssichernden Maßnahmen beglückt; beide kämpften und kämpfen für militärische Aufrüs smarte Modernisierung und Umorganisation der Streitkräfte zur Verteidigung von Rohst Demokratie und Menschenrechten. Auch ist die EU Garant für Ausbeu dauerhaften sozialen Frieden und Demokratie, wie man derzeit in Südeuropa beobachten kann.

Allerdings ignoriert die Verleihung die Erfolge anderer Staaten, die nicht Mitglied der EU sind, aber gleichwohl viel zur Friedensmissionen überall auf der Welt beigetragen haben. Neben den Vereinigten Staaten, die bei der Verteidigung der westlichen Werte natürlich immer ganz vorn dabei sind, sei an dieser Stelle exemplarisch auf die Türkei verwiesen.

Klar ist also: Die Preisvergabe an die Europäische Union ist ein Schritt in die richtige Richtung, kann aber nur der Anfang sein. Der Friedensnobelpreis 2013 muss der NATO verliehen werden – für über sechs Jahrzehnte weltweite Friedenssicherung!

KRIEG IST FRIEDEN!